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16/01/2018
Koweg-Ärger um das Lausitzderby.
Die Görlitzer Oberligahandballerinnen müssen am Sonntag in die Rauschwalder Halle ausweichen. Dort wird es eng.

Von Frank Thümmler
Sächsische Zeitung, Ausgabe vom 16.01.2018


Am kommenden Sonntag steigt in Görlitz das Lausitzderby gegen den SC Hoyerswerda. Es ist das vielleicht wichtigste Heimspiel des Jahres für die Oberliga-Handballerinnen des SV Koweg Görlitz, und das wohl zuschauerträchtigste – normalerweise. Diesmal ist alles anders. Koweg muss ausgerechnet für dieses Spiel schweren Herzens in die Rauschwalder Sporthalle umziehen. Fassungsvermögen 199 Zuschauer. Die wahrscheinlich über 400 Fans, die das Spiel in der Jahnsporthalle verfolgt hätten, passen auf keinen Fall in die Rauschwalder Halle. Deshalb richtet der Verein einen Vorverkauf für 179 Karten (20 gehen nach Hoyerswerda) ein. Am Donnerstag zwischen 16 und 19 Uhr können Karten in der Klause der Rauschwalder Sporthalle erworben werden. Der Verein verliert nicht nur geschätzte 1000 Euro Zuschauereinnahmen, sondern muss auch für Sicherheit in der kleinen Halle sorgen.
Warum aber ist diese Verlegung überhaupt notwendig? Die Vorgeschichte ist lang: Termine für die Jahnsporthalle werden von Koweg immer lange im Voraus bei der Stadt als Eigentümerin beantragt, immer sonntags 17 Uhr während der Handball-Saison. Da spielen die Männer und Frauen abwechselnd in der Jahnsporthalle. Wenn der Spielplan bekannt ist (im Sommer), wird die Planung noch einmal konkretisiert. So ist es auch für das kommende Wochenende geschehen. Dass es eine Kollision mit den am 20. und 21. Januar in der Jahnsporthalle ausgetragenen Sachsenmeisterschaften im Tischtennis geben würde, war zunächst nicht abzusehen. Der Veranstaltungszeitraum dafür war bis Sonntag, 16 Uhr, angegeben.
„Ende September hieß es plötzlich, dass die Wettkämpfe solange gehen und danach noch Siegerehrungen stattfinden und abgebaut werden muss“, sagt Reiner Glaubitz, der bei Koweg für die Spielplanung verantwortlich ist. Seitdem beschäftigt er sich mit diesem Spiel, das ihn viele Nerven gekostet hat. Die erste und naheliegende Idee lautete: Verlegen wir das Spiel doch einfach eine Stunde nach hinten. Das sollte auch für die Tischtennisspieler reichen. In den Durchführungsbestimmungen der Handball-Oberliga ist zwar geregelt, dass Sonntagsspiele spätestens 17 Uhr angepfiffen werden müssen, aber wenn der Gegner und die „spielleitende Stelle“ zustimmen, könne davon abgewichen werden. Hoyerswerda stimmte zu, die spielleitende Stelle nicht.
Fabian Engel, Spielleiter der Oberliga-Frauen, begründet das so: „Von unserer Seite stand dem zunächst nichts entgegen. Wir haben bei der Schiedsrichter-AG angefragt, ob sie auch zustimmen kann. Aber die AG hat das abgelehnt mit der Begründung, dass man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wisse, welche Schiedsrichter angesetzt werden und ihnen, wenn sie zum Beispiel aus Magdeburg oder Thüringen kommen, unter Umständen nicht zumuten könne, womöglich erst gegen Mitternacht zu Hause zu sein und am nächsten Morgen auf Arbeit zu müssen.“ Außerdem wisse man nicht, wie das Wetter werde, es habe schon genugschwere Unfälle mit Schiedsrichtern gegeben. Pikanterweise ist ein Görlitzer, der einst auch einmal zu Koweg gehörte. Leiter der AG Schiedsrichter,
Aber hätte man in diesem Fall nicht Schiedsrichter zum Beispiel aus dem Dresdner Raum ansetzen können? „Wir wollen unbedingt Neutralität waren, gerade bei Derbys. Da ist es besser, wenn die Schiedsrichter die Vereine nicht so gut kennen, also von weiter weg kommen“, sagt Fabian Engel.
Versuche, einen anderen Termin zu finden, schlugen fehl. Mehrere Vorschläge (zum Beispiel 9. Dezember und 7. Januar) wurden laut Glaubitz vom SC Hoyerswerda abgelehnt, der 17. Dezember schied aus, weil er wegen des Frauen-WM-Endspiels vom Bundesverband gesperrt war. Ein anderer Termin wurde nicht gefunden. Und auch der Tausch des Heimrechts wurde von Hoyerswerda (verständlicherweise) abgelehnt. Das Rückspiel ist gleichzeitig das letzte Saisonspiel. Also blieb nur der Wechsel der Sportstätte mit all den Kapazitätsproblemen. Wer am Sonntag ohne Karte kommt, muss damit rechnen, nicht in die Halle gelassen zu werden.Auf ein Wort
Kartenvorverkauf für das Spiele Koweg-Görlitz – SC Hoyerswerda (So., 17 Uhr, Sporthalle Rauschwalde) am Donnerstag, 16 bis 19 Uhr in der Sportlerklause




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