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11/12/2012
Mit Härte auf ein neues Handballniveau
Sächsische Zeitung (11.12.2012)
von Robert Eifler und Frank Thümmler

17-Jährige dominieren die Männer-Ostsachsenliga – und das soll noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. Hinter der Entwicklung steht ein Trainer der Alten Schule aus Neugersdorf.

Diese Jungs rocken zurzeit die Handball-Ostsachsenliga der Männer. Lediglich vier Spieler des Kaders sind älter als 20 Jahre – die meisten Spieler haben erst zur Saisonvorbereitung die Spielberechtigung für den Männerbereich erhalten – mit dem 17. Geburtstag. Aber die Ostsachsenliga soll nur eine Zwischenstation sein. Der Trainer spricht von Bundesliga und bezahltem Handball. Koweg Görlitz schlägt mit seinem „Juniorteam“ neue Wege ein und hat Großes vor.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis intensiver Arbeit der vergangenen Jahre und eng mit einem Namen verbunden: Matthias Wolf. Der 61-jährige Neugersdorfer war einst von Neugersdorf aus losgezogen, um die Handballwelt zu erobern, spielte 22 Jahre lang erfolgreich Handball, schaffte es in Leipzig zum DDR-Meistertitel und in die Nationalmannschaft und ist schon seit über 30 Jahren Trainer – beim SC DHfK Leipzig, in Hoyerswerda und Delitzsch, im Nachwuchsbereich als unter anderem als Landesauswahltrainer. Zu DDR-Zeiten gehörte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Trainerstab der Frauen- und Männer-Nationalmannschaft. Aus dieser Zeit resultiert seine Einstellung zum Handballsport: Für Wolf steht die gnadenlose Disziplin an erster Stelle. „Wenn dies in einem Team nicht gegeben ist, dann versaust du dir alles“, sagt er.

Am Sonnabend beim Ostsachsenliga-sieg gegen Schleife (22:17) war sein Kopf mehrfach hoch gerötet. Nicht wegen falscher Schiedsrichterentscheidungen. Mehr war es die phasenweise Inkonsequenz des Teams. So waren die Görlitzer oftmals zu nachlässig bei Abprallern vom eigenen Torhüter. Fünf Gegentreffer resultierten daraus – und damit fünf Gegentreffer zu viel für Wolf. „Ich muss mit den Jungs klare Worte sprechen, alles andere hilft nichts. Sie bekommen von mir messerscharf aufs Brot geschmiert, was mir nicht passt“, so der Görlitzer Coach. Er kann aber auch sagen, mit dem Alter schon etwas ruhiger geworden zu sein. „Da können Lars Kaufmann und Silvio Heinevetter ein ganz anderes Lied singen“, erinnert sich Wolf.

Seinen Ehrgeiz hat der erfahrene Trainer auf seien Jungs, die teilweise (Daniel Fischer, Kevin Mühlan, Richard Köhler) bis aus Zittau kommen, längst übertragen. Die Spieler nehman auch seinen für fremde Ohren sehr harschen Umgangston auf dem Handballfeld hin. Der Trainer weiß das zu schätzen: „Der Aufwand, der von Spielern und den Eltern abverlangt wird, ist schon enorm.“. Seit seiner Amtsübernahme beordert er sein Team viermal pro Woche zum Training. Nur Mittwoch lässt er offen, ob sich die Spieler um schulische und private Belange kümmern oder zusätzlich Übungen im Fitnessstudio absolvieren. Selbst in den Ferien zeigt sich Wolf wenig kompromissbereit. Einzig die ersten drei Wochen in den Sommerferien gönnt er seinen Spielern Urlaub. Ansonsten wird in der freien Zeit bis zu dreimal täglich trainiert. Und dort geht er nicht gerade zimperlich mit ihnen um. Wolf würde einen so riesigen Aufwand auch für sich selbst ohne ein klares Ziel nicht betreiben: „Ich bin vor gut zwei Jahren gekommen, um so etwas mitzuentwickeln, was inzwischen entstanden ist. Bisher hat alles gut geklappt, auch wenn das Ende noch nicht erreicht ist“, so Wolf. Wenn es überhaupt ein solches gibt, dann sähe es nach seiner Meinung derart aus, dass auch die nachrückenden Generationen bei Koweg den Handballsport in genau dem gleichen Umfang betreiben wie es sein Team derzeit vormacht.

Der Verein müsse es auf Dauer schaffen, einen stetigen Nachschub von Talenten zu generieren. Ziel sei es, soweit es möglich ist, alle Spieler in die erste Männermannschaft zu bekommen. Dort müsse es dann aber mit der gleichen Intensität und der gleichen Einstellung fortgeführt werden. Für Wolf ist die HSG Freiberg das beste Beispiel, wie ein solches Vorhaben umgesetzt werden kann. Die A-Junioren spielen aktuell in der 1. Bundesliga. Viele von diesen Nachwuchskräften haben bereits in der E-Jugend mit dem Handballsport begonnen. Wolf: „Ein paar werden sicherlich weggehen. Aber ich denke, dass die Mehrzahl der Spieler Aussicht auf Handballverträge hat. Wenn Freiberg dies realisieren kann, dann haben die in den nächsten zehn Jahren absolut keine Spielersorgen mehr.“

Auch er weiß, dass sich der ganze Aufwand, den die jungen Akteure betreiben, irgendwann einmal rechnen muss. Gerade wenn sie älter werden, zum Handballsport ein fester Beruf und Familie hinzukommen, dann sei es nicht mehr durchsetzbar, ohne eine Entlohnung zu spielen. Wolf: „Es wird aber auch sehr viel davon abhängen, was bei den Männern passiert. Die Jungs müssen hier beruflich angesiedelt werden, außerdem muss die Wirtschaft auch den Wert einer solchen Mannschaft anerkennen.“ Und dass Beruf und Sport vereinbar sind, weiß Wolf nur zu gut. So habe er in seiner langen Trainerlaufbahn unter anderem schon Medizinstudenten gehabt, die parallel in der Bundesliga gespielt haben.

Seine Spieler jedenfalls sind auf einem guten Weg, dass auch sie eine solche Karriere hinlegen. Aktuell ist das Team in zwei Wettbewerben erfolgreich, hat sowohl mit dem Juniorteam (Ostsachsenliga) als auch mit den A-Junioren (Sachsenliga) die Tabellenführung inne. Inzwischen können sich Wolf vorstellen, sich mit dem A-Jugend-Kader für die Qualifikation zur 1. Bundesliga der kommenden Saison zu bewerben. Vorläufig ist dies aber noch ein Gedankenspiel. „Wir sind sportlich auf einem sehr guten Niveau angekommen. Der Übergang zum Erwachsenenbereich ist aber noch nicht für alle vollzogen“, so Wolf – auch wenn seine Jungs schon so manches Trainingsspiel gegen die Sachsenliga-Männer für sich entscheiden. Wolf sieht immer Reserven – aktuell in Sachen körperlicher Auseinandersetzung, Durchschlagskraft aus dem Rückraum und beim sicheren Umgang mit dem größeren Ball.

Koweg (gegen Schleife): Hollain, Kirchhoff – Köhler (2), Meißner, Adam, Grätz, Biele (7), Fischer (1), Tim Baugstatt (11/2), Walter (1), Wallor, Tom Baugstatt





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