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ABTEILUNGEN  Handball  1.Männermannschaft
05/09/2019
Schwieriges Fahrwasser für Görlitzer Handballer.
Zum Saisonbeginn am Sonntag wirken zwei Enttäuschungen aus dem April noch nach. Aber es gibt Grund für Optimismus.

Von Frank Thümmler
Sächsische Zeitung, 05.09.2019


Der Frust sitzt immer noch tief: Am letzten Spieltag der vergangenen Saison Ende April hatten die Görlitzer Koweg-Handballer schon eine Hand am Sachsentitel. Im Parallelspiel zwischen den beiden Mitkonkurrenten führte wunschgemäß Glauchau-Meerane zur Halbzeit klar gegen die Auer Zweitliga-Reserve, während es in Görlitz Unentschieden gegen Hoyerswerda stand. Allen war klar: Mit einem Sieg würden die Görlitzer den größten Triumph der Vereinsgeschichte feiern, weil dann alle drei Teams die Saison punktgleich beenden würden und Görlitz im Vergleich untereinander am besten war. Aber der Traum platzte. Die Görlitzer verkrampften und verloren nach einem dramatischen Spiel mit einem Tor. Aus der Traum.

„Die Enttäuschung war extrem groß. Jeder wusste: wir haben eine riesige Chance verpasst. Wer weiß, ob sie noch einmal wiederkommt“, sagt Trainer Philipp Domko. Gegen den Tabellenfünften Hoyerswerda hatten er und seine Spieler in beiden Spielen vor allem offensiv keine Lösungen gefunden und letztlich die beiden einzigen Saisonniederlagen kassiert. Diese Hypothek erwies sich als zu groß.

Nun kann ein so extrem knappes Scheitern am Traumziel auch eine Extra-Motivation für die kommende Saison auslösen. Aber die Koweg-Handballer hatten schon vor dem Saisonfinale einen anderen emotionalen Tiefschlag erhalten: Der Verein hatte der Mannschaft mitgeteilt, dass auch bei einem Titelgewinn ein Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga nicht möglich ist – aus finanziellen Gründen. „Das soll keine Ausrede für das verlorene letzte Spiel sein. Aber förderlich war dies hundertprozentig nicht“, sagt Domko. Der junge Trainer war ja selbst unter anderem auch deshalb aus Rietschen nach Görlitz gekommen, um sich selbst weiterzuentwickeln und höherklassiger zu trainieren. Der Aufstieg in die Oberliga war das Ziel, wenn auch ursprünglich vielleicht nicht gleich in der ersten Saison.

Der Aufstiegsverzicht wegen fehlender finanzieller Möglichkeiten hängt den Koweg-Männern auch jetzt, über vier Monate später, noch in den Kleidern. Besonders die jungen Spieler mit Oberliga-Niveau (z. Bsp. Tim und Tom Baugstatt, Gary Biele) zu halten, war alles andere als einfach. Wie soll man diese Spieler motivieren, wenn sie schon bewiesen haben, dass sie an der Sachsenliga-Spitze mitspielen können, der nächste Schritt in Görlitz aber nicht möglich ist? Wie steht es heute um das einst als mittelfristig formulierte Ziel, in die Oberliga, die vierte deutsche Handballliga, aufzusteigen? Philipp Domko nennt das eine schwere Frage und will dazu lieber nicht zu viel sagen. Ein Ziel für die am Sonntag beginnende Saison zu nennen, falle schwer. Um das zu verstehen, genügt ein Blick auf den Kader, der gerade einmal zwei Torhüter und zwölf Feldspieler umfasst. Fünf Abgängen stehen nur zwei Neuzugänge gegenüber. Torwart Purschke und Kreisläufer Kosmala waren schon im Winter gegangen. Marc Rechner zieht sich nach vielen Jahren „aufs Altenteil“ zurück. Dennis Oswald, der im Winter aus Kamenz gekommen war und schnell eine wichtige Rolle vor allem in der Abwehr übernommen hatte, hat sich aus privaten Gründen für eine Auszeit entschieden, und mit dem starken, polnischen Rechtsaußen Sebastian Galach wurde nicht verlängert, aus finanziellen Gründen, wie Domko durchblicken lässt. Neu sind „nur“ der schon recht erfahrene Martin Adam, der aus der zweiten Mannschaft hochgeholt wird, und Talent Karl Bundtke aus Bernstadt, dem Domko eine starke Vorbereitung bescheinigt und der deshalb, anders als ursprünglich geplant, schon im Kader der Ersten steht.

Bei so einem schmalen Kader wirken sich Verletzungen natürlich gleich viel verheerender aus. Das merken die Görlitzer gleich zum Auftakt am Sonntag 17 Uhr in der Jahnsporthalle gegen Germania Zwenkau: Florian Höhne wird wegen einer Verletzung monatelang fehlen, Tim Baugstatt noch mehrere Wochen. Sein Zwillingsbruder Tom fehlt urlaubsbedingt im September, Kevin Wittig am ersten Spieltag. Domko hat also nur acht Feldspieler aus seinem Kader zur Verfügung. „Wir werden auf unsere zweite Mannschaft zurückgreifen müssen. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und versuchen, in den fünf Spielen bis zu den Oktoberferien schon ein paar Punkte zu holen. Dann sehen wir weiter, auch bezüglich des Saisonziels. Eins ist aber auch klar: Verletzen darf sich keiner mehr.“

Was trotz dieser Ausgangslage optimistisch macht? Die verbliebenen Spieler sind größtenteils „Sachsenliga-Granaten“. Und Görlitz hat die besten, zahlreichsten und lautstärksten Zuschauer der gesamten Liga. Eigentlich beste Voraussetzungen für eine Platzierung ganz vorn oder zumindest erneut auf dem Treppchen.







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