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ABTEILUNGEN  Handball  1.Männermannschaft
24/06/2014
Koweg droht auszubluten.
Drei Leistungsträger der Sachsenliga verkünden beim Trainingsauftakt ihren Abschied.

Sächsische Zeitung, Ausgabe vom 24.06.2014,
von Robert Eifler und Marcel Pochanke


Drei junge Spieler, die in Görlitz zu Leistungsträgern in der Sachsenliga gereift waren und in der kommenden Saison wichtige Säulen des Teams sein sollten, haben überraschend ihren Abschied erklärt. Der Verein zeigte sich enttäuscht und muss nach weiteren Abgängen um die Spielfähigkeit in der Sachsenliga bangen.

Zwei Monate ist es her, da endete für die Handballer des SV Koweg Görlitz ein turbulentes Spieljahr. Die Erste rettete sich im Schlussspurt zum Klassenverbleib, der zweiten Mannschaft gelang der Ligaerhalt als Aufsteiger in die Verbandsliga schon einige Spieltage früher. Das dritte Team machte den direkten Durchmarsch in der Ostsachsenklasse perfekt.

Schon lange vor dem letzten Abpfiff trieben die Verantwortlichen aber die Planung für die neue Saison voran, gerade auch im Hinblick bereits feststehender Abgänge und der nötigen Neubesetzung der Trainerämter. Nach der Verpflichtung von Petr Masat als Chefcoach der Sachsenliga-Mannschaft und Robert Meißner als Trainer des Verbandsligisten glaubte man sich wieder in etwas ruhigerem Fahrwasser. „Wir haben mit allen Spielern frühzeitig und zum Teil mehrfach gesprochen, wie sie ihren Stand bei uns sehen und ob wir weiterhin auf sie setzen können. Auf Grundlage dieser Aussagen haben wir die Planungen vorangetrieben und alle drei Teams für den Spielbetrieb gemeldet“, sagt Mannschaftsleiter Sven Bodinka. Zu diesem Zeitpunkt standen die Abgänge von Radim Vanek (HV Oberlausitz Cunewalde), Stefan Friebe (Radeburger SV) und Filip Chvalny (unbekannt) fest. Da Petr Masat ins Traineramt wechselt, kommen sportliche Einsätze für ihn wohl nur noch im Verbandsligateam infrage. Alle anderen Spieler äußersten sich positiv zum Verbleib. Doch die erste Hiobsbotschaft sollte nicht lange auf sich warten lassen, als Kreisläufer Erik Besser-Wilke Mitte Mai seinen Wechsel zum Ligakonkurrenten HVH Kamenz bekanntgab. Und zum Trainingsauftakt am vergangenen Dienstag folgte der nächste Tiefschlag. Tim und Tom Baugstatt sowie auch Gary Biele kündigten an, dass sie ebenfalls den Verein verlassen werden. Trotz aller Loyalitätsbekunden zuvor zum blau-gelben Dress sehen die drei Spieler nun ihre sportliche Entwicklung bei den Koweg-Herren plötzlich nicht mehr gegeben – wohl aber beim HV Oberlausitz Cunewalde.

Konkurrenzkampf um Spieler

Dabei hätten ihnen bei Koweg weiterhin alle Türen offen gestanden, denn auch zukünftig wollten die Verantwortlichen verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen und um sie eine schlagkräftige Sachsenliga-Mannschaft formieren. Zumal diese drei Spieler ja auch schon nicht unerhebliche Einsatzzeiten in der abgelaufenen Saison hatten. Die Anreize des Ligakonkurrenten und Ratschläge mittlerweile Außenstehender scheinen jedoch die bessere Argumente gewesen zu sein. Der im Februar entlassene Trainer Matthias Wolf hatte die Abwanderungswilligen schon als Jugendtrainer begleitet, sein Wort hat bei ihnen Gewicht. Bodinka: „Ich glaube, wir müssen nicht groß sagen, wie enttäuscht wir darüber sind, zum einen über den Zeitpunkt der Bekanntgabe und über die Art und Weise.“ Gegen den unerwartet hohen Konkurrenzkampf in der Sachsenliga um die Spielerressourcen scheint inzwischen eine langjährige, professionelle Nachwuchsausbildung und die Vermittlung von Lehrstellen kein gleichwertiges Gegengewicht zu sein. „Es ist leider auch nicht das erste Mal, dass so etwas vorkommt und wir sind mal wieder eines Besseren belehrt worden und werden uns wohl oder übel Gedanken machen müssen, ob wir zukünftig an unseren Strategien etwas ändern werden“, meint Bodinka.

Mit den Abgängen der genannten Spieler war der Boden noch nicht erreicht. Erst gestern wurde bekannt, dass auch Nachwuchsspieler Alexander Grätz den Verein verlässt. Er war bisher meist bei der Zweiten zum Einsatz gekommen. Und ein weiterer, auf die Schnelle nicht zu kompensierender Verlust deutet sich an: Jakub Mrklass informierte Trainer Petr Masat bereits, dass er die zeitliche Belastung der Sachsenliga in Görlitz nicht mehr stemmen könne.

Damit scheint die Schmerzgrenze erreicht, ab der die Sachsenliga für Koweg Görlitz infrage steht. Zwar nehmen die Verantwortlichen die Herausforderung an, prüfen alle Varianten und würden den Rückzug als letzten Ausweg wählen. Aber der Frust sitzt nach den unerwarteten Nackenschlägen tief. Klar ist aber auch, dass ein freiwilliger Verzicht auf die Sachsenliga den Weggang weiterer Spieler zur Folge hätte. Einem Spieler wie etwa Fabrice Türkowsky, Leistungsträger im besten Handballeralter, wäre der Start in der Verbandsliga nur schwer zu vermitteln.





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